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20 Jahre TS Ostbrandenburg

TelefonSeelsorge
Ostbrandenburg

 

Potsdam, 24. August 2016

Grußwort
zum 20. Geburtstag der TelefonSeelsorge in Ostbrandenburg

Dr. Dietmar Woidke
Ministerpräsident des Landes Brandenburg

 

Liebe TelefonSeelsorgerinnen und TelefonSeelsorger,
sehr geehrte Damen und Herren,

das 20-jährige Jubiläum der TelefonSeelsorge in Frankfurt (Oder) ist ein schöner Anlass offiziell und zugleich persönlich Danke zu sagen. Danke für einen bemerkenswerten, eindrucksvollen Einsatz zum Wohl des Nächsten und für die Gesellschaft. Denn Sie verzichten ansonsten bewusst auf öffentliche Ehrung und Anerkennung, um die Anonymität zu schützen, die diesen Dienst auszeichnet. Damit erleichtern Sie den Anrufern den Griff zum Telefon, denn dann lenkt nichts ab, nur die Stimme aus der Seelsorgestelle gibt zu verstehen: ich bin da und höre zu, ich nehme Dein Problem wahr und wir suchen gemeinsam nach Erleichterungen, vielleicht auch nach Lösungsmöglichkeiten.

Unbekannt bleibt dabei aber, wer sich zu nachtschlafender Zeit aufmerksam der Schlaflosen annimmt. Wer an Wochenenden den von einer beginnenden Panikattacke Geplagten beruhigende Worte zukommen lässt. Wer den in Bedrängnis Geratenen einen Anker und den Problembeladenen Unterstützung gibt. Wer den Rastlosen hilft, zur Ruhe zu kommen. Und wer geduldig zuhört, wenn ein Anliegen zum wiederholten Mal zur Sprache kommt, weil es noch nicht verarbeitet ist.

Sie nehmen sich zurück und widmen Ihre Aufmerksamkeit den Anrufenden. Sie sind in der Lage, Stimmungen zu erkennen und Gefühle zu benennen. Sie helfen Gedanken zu ordnen und Entscheidungen zu treffen. Sie haben ein offenes Ohr, finden tröstende Worte, geben Schutz und Halt. Sie spenden den Mutlosen, Verzweifelten und Einsamen Trost und geben neue Zuversicht. Sie haben gelernt zuzuhören und erfahren viel vom anderen – gelegentlich auch einiges über sich selbst. Das nehmen Sie dann in aller Bescheidenheit als Ihren Lohn.

Es gibt zahlreiche Anlässe und Situationen, die Menschen aus der Bahn werfen können. Dann kann eine verlässliche, vertrauensvolle Begleitung ein großer Gewinn sein. Diese Fürsorge schenken Sie, liebe TelefonSeelsorgerinnen und TelefonSeelsorger. Sie sind für alle Menschen und Themen da und sehen vorurteilsfrei und wertschätzend den Menschen hinter seiner Fassade. Sie haben Ehrfurcht vor dem Leben und spenden einen besonderen Schatz: eigene Zeit. Sie leben um zu geben – ganz im christlichen Sinn. Für diesen stillen ehrenamtlichen Einsatz und Ihr menschliches Kümmern danke ich Ihnen aufrichtig. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Gesundheit für diese Aufgabe.

Herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag der TelefonSeelsorge Ostbrandenburg. Und vielen Dank an all diejenigen, die dazu beitragen bzw. dafür sorgten, dass auch Frankfurt (Oder) schon so lange diesen Dienst anbieten kann.

 

 

Dr. Dietmar Woidke
Ministerpräsident des Landes Brandenburg

 


 

20 Jahre TelefonSeelsorge Ostbrandenburg

 

20 Jahre Zuwendung, Trost und Hilfe für Menschen in seelischer Not!


Ulrich M. FalkenhagenAm 26. Oktober 1996 konnten die ersten 16 ehrenamtlichen Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger feierlich in einem Gottesdienst für den Dienst am Seelsorgetelefon
in Frankfurt (Oder) beauftragt werden. 13 Frauen und 3 Männer sorgten dafür, dass am 28. Oktober 1996 die „TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder)“ ans Netz ging!


Wir sind sehr dankbar für 20 Jahre ehrenamtliches Engagement, für die Unterstützung durch zahlreiche Menschen unserer Region, den Kirchen und dem Land Brandenburg.
Viel Wasser ist seither durch Oder und Spree geflossen. Manches Hochwasser machte uns nicht nur in der Region zu schaffen. Auch die TelefonSeelsorge hatte Tiefen und Untiefen zu bewältigen. Sie wurde jedoch nicht weggespült oder ist auf Grund gelaufen. Die Mannschaft oder besser Frauschaft -denn noch immer halten zum großen Teil Frauen unser Schiff auf Kurs- wurde ständig erneuert. Zwei Frauen jedoch sind von Anfang an dabei! Herzlichen Dank an dieser Stelle für ihr enormes Engagement und ihre Beständigkeit im Dienst am Nächsten.


Wir werden 2016 nutzen, um zu feiern und kurz zurück zu schauen. Vor allem werden wir im Hier und Jetzt, so wie wir es in den Seelsorgetelefonaten halten, verweilen.
Wir werden einen Fachtag organisieren und im Austausch klären, was jetzt dran ist. Wo stehen wir und welche nächsten Schritte sind zu gehen.

Noch immer sind wir zu wenige, um den 24-Stunden-Dienst allein abzudecken. Sehr viele Menschen engagieren sich in Ostbrandenburg ehrenamtlich. Die Anzahl derer, die in Frankfurt (Oder) und nächster Umgebung zur Verfügung stehen, ist jedoch sehr begrenzt. Die Stadt ist eben keine Großstadt und die Wege übers Land sind weit.

Manche unserer Ehrenamtlichen nehmen drei-bis viermal im Monat Wege zum Telefondienst und zur Supervision in Kauf, die pro Strecke 50 Kilometer und mehr betragen. Das kostet sehr viel Zeit und auch Geld. Wir können unsere Arbeit durch einen Wechsel in der Trägerschaft fortsetzen. Die Kirchliche Telefonseelsorge in Berlin Brandenburg hat die Trägerschaft am 1. Januar 2015 vom Diakonischen Werk Niederlausitz übernommen.


Damit ist unser Schiff bereit für die weitere Reise. Wir wissen uns gehalten vom barmherzigen Gott, gestärkt von der Liebe Jesu und in Bewegung gesetzt vom Heiligen
Geist. Dies stärkt unsere Gemeinschaft. Dankbar erleben wir Menschen in unserer Mitte, die keiner Kirche per Mitgliedschaft angehören und sich doch uns zugehörig fühlen. Sie sind Teil unserer Gemeinschaft und unseres Dienstes am Nächsten ganz im Sinne Jesu. In
dem folgenden Liedtext könnte ich „Gemeinde“ durch„TelefonSeelsorge“ ersetzen:


Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein, sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein. Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht; wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht. Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammen schweißt in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist. Bleibe bei uns, Herr! Bleibe bei uns, Herr, denn sonst sind wir allein
auf der Fahrt durch das Meer. O bleibe bei uns, Herr!

(Martin Gotthard Schneider, 1963)

 

Sie können die TelefonSeelsorge
Ostbrandenburg unterstützen mit Ihrer:

Mitgliedschaft im Förderverein der Kirchlichen TelefonSeelsorge Berlin-Brandenburg e.V. oder einer direkten Spende auf das Konto der TelefonSeelsorge Ostbrandenburg.


Spendenkonto: IBAN: DE97 3706 0193 6000 8300 52
BIC: GENODED1PAX


Bitte helfen Sie uns, unser Angebot aufrechterhalten zu können. Jede Spende hilft uns.
Lassen Sie sich einladen, diese heilsame Arbeit durch eigenes Engagement oder finanzielle Unterstützung zu stärken. Wir wünschen uns, dass möglichst viele sich durch diesen Jahresbericht anregen lassen, ihren Teil dazu beizutragen.

 

Ihr

 


Ulrich M. Falkenhagen
Leiter derTelefonSeelsorge Ostbrandenburg

 

 


Bei Anruf Trost

Etwa 50 Anrufe gehen täglich bei der Telefonseelsorge Ostbrandenburg ein / Weitere Ehrenamtliche nötig

Von Mandy Timm

Frankfurt (Oder). Jedes Jahr gehen in Ostbrandenburg etwa 8000 Anrufe bei der Telefonseelsorge Ostbrandenburg ein. 50 Anrufer nehmen im Durchschnitt täglich den Dienst in Anspruch. Die Arbeit der Ehrenamtlichen hat sich jetzt weiter intensiviert. Der Grund: Eine technische Verbesserung macht den Anrufenden das Durchkommen leichter. Weitere Mitstreiter sind dringend nötig. Dafür starten jetzt wieder Infoveranstaltungen.

Nein, ein Geheimdienstjob ist es nicht. Ein Kind erklärte der Erzieherin einmal so, was seine Mutter macht. Die Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge arbeiten aber tatsächlich von einem unbekannten Büro aus. Ulrich Falkenhagen hat in Frankfurt (Oder) in eine Wohnung eingeladen, die zu einem Wohnbüro umfunktioniert worden ist. Es gibt ein Dienstzimmer mit Aktenordnern, Computern und einem Schichtplan an der Wand. Daneben befindet sich die Küche, ein Bad mit Dusche, ein Ruheraum mit Liege. Am Ende des Flures ist ein weiteres Büro eingerichtet. Es ist gemütlicher als das andere. Teppich liegt aus. Ein bequemer Lederstuhl steht am Schreibtisch, gegenüber ein Sessel, in dem man sich massieren lassen kann. Tag und Nacht ist das Büro besetzt. 365 Tage im Jahr. Hier gehen die Anrufe der ökumenischen Telefonseelsorge ein. Wer hier arbeitet, arbeitet anonym.

„Das geht leider nicht anders“, erklärt Ulrich Falkenhagen, Theologe und Leiter des Sorgentelefons in Ostbrandenburg. „Wir müssen unsere Ehrenamtlichen schützen.“ In der Ausbildung prägt er ihnen ein, sich nicht ausfragen zu lassen. Keine Namen, kein Ort, wo der Anrufer gelandet ist. „Umgekehrt ist es genauso. Wir werden ja auch anonym angerufen“, sagt Ulrich Falkenhagen. 90 Prozent der Anrufer würden sich mit „guten Absichten“ melden, schätzt er ein. „Vor den zehn Prozent müssen wir unsere Ehrenamtlichen schützen.“ Es kam bei der Telefonseelsorge schon zu Drohungen und verbalen Aggressionen. Falkenhagen hat das auch erlebt. (…) Warum die Aggressionen, wenn die TelefonSeelsorge doch Hilfe verspricht? „Weil ein Großteil der Anrufer psychisch krank ist“, erklärt der Theologe. „Sie wollen ihre Wut loswerden, ihre Aggressionen.“ Die Anzahl psychisch Kranker sei in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen, hat Falkenaugen ausgemacht. „Viele werden auch nicht wieder gesund. Depressionen, Burn-Out: Das sind Erkrankungen, die in der Gesellschaft noch immer stigmatisiert werden.“ Nur wenige würden sich trauen, offen darüber zu reden.

17 Prozent der Anrufer, die im vergangenen Jahr bei den Telefonseelsorgern Hilfe suchten, litten an einer psychischen Erkrankung – der häufigste Grund, warum Menschen zum Telefonhörer griffen, nach Einschätzung der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Ein weiterer häufiger Grund, warum sich Menschen melden, ist, dass sie nach einem Sinn, einer Orientierung im Leben suchen. Andere fühlen sich einsam. (…) Drei Prozent der Anrufer redet über Tod und Trauer. Ein Prozent meldet sich wegen Suizidgedanken. Und es gibt die sogenannten Schweigeanrufe. Ein halbes Jahr lang hatte Ulrich Falkenhagen immer wieder eine Frau am anderen Ende der Leitung. Doch sie sagte nie etwas. Meistens meldete sie sich nachts. Der Theologe sang ihr dann etwas vor oder las Gedichte vor, sprach ein Gebet, sofern sie nicht durch ein Geräusch protestierte. „Nach drei, vier Monaten fing die Frau an zu erzählen“, erinnert sich Falkenhagen. Zutiefst einsam sei sie gewesen, stellte sich heraus. Trotz Kinder und Ehemann. „Wir sind immer da und leihen unser Ohr“, macht Ulrich Falkenhagen deutlich. „Da gehört Schweigen dazu.“ Gemeinsam den Frieden zu finden, den die Anrufer nicht haben, das sei das Ziel der Telefonseelsorge.

Rund 8000 Anrufe gehen im Jahr bei der ökumenischen Telefonseelsorge Ostbrandenburg ein. Das sind durchschnittlich 20 Anrufer pro Tag. Ein Gespräch dauert häufig 30 Minuten und länger. Der größere Teil der Anrufer sind Frauen. Das Gebiet reichte bislang von Schwedt im Norden bis Lieberose im Süden. (…) Die Frankfurter und Cottbusser teilen sich ihre Dienste jetzt. Das neue System ist dem Mangel an Ehrenamtlichen geschuldet.

Um die Tag-und-Nacht-Schichten voll abdecken zu können, müssten nach Falkenhagens Angaben wenigstens 70 Ehrenamtliche pro TelefonSeelsorge zur Verfügung stehen. Bis die zusammen sind, teilen wir uns die Dienste mit der TelefonSeelsorge Cottbus. „Deshalb suchen wir auch händeringend nach weiteren Freiwilligen“, sagt er. Gerade startet der Theologe, der zusätzlich zum Gefangenenseelsorger in Tegel ausgebildet wurde und Generalsekretär der Evangelischen Studentengemeinde in Deutschland war, wieder in allen größeren Städten der Region Informationsabende. Während eines Zulassungstages (…) wird entschieden, wer an der kostenlosen im Januar beginnenden umfangreichen Ausbildung teilnehmen kann. Sieben Wochenenden müssen Freiwillige dafür einplanen. Wer mehr als einmal fehlt, kann nicht mehr weitermachen. „Jede/r sollte sich also im Vorfeld überlegen“, rät Falkenhagen, „ob sie oder er die Zeit aufbringen kann oder nicht lieber zu einem späteren Zeitpunkt die Schulung mitmacht.“

Während der Schulungen werden die unterschiedlichsten Themen behandelt. Es wird über Sucht geredet und Suizid, psychische Erkrankungen oder wie die Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge miteinander arbeiten. Es wird während der Ausbildung aber auch um Humor gehen, Lachen und Lebenslust – wichtige Themen, die bei all der Trauer, den Lebenskrisen und schweren Schicksale, die die Anrufer umtreiben, nie vergessen werden dürfen.

 

(Artikel in der Märkischen Oderzeitung, September 2013, leicht gekürzt U. Falkenhagen)


 

 

 

   

Bank im Bistum Essen
Träger der TelefonSeelsorge
Berlin-Brandenburg
Erzbistum Berlin
Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.
Evangelische Kirche

 

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